Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben,
an deines Volkes Aufersteh’n;
Laß diesen Glauben dir nicht rauben,
trotz allem, was gescheh’n.
Und handeln sollst du so als hinge,
von dir und deinem Tun allein,
das Schicksal ab der deutschen Dinge,
und die Verantwortung wär dein.
Johann Gottlieb Fichte
Ich bin geboren, deutsch zu fühlen,
Bin ganz auf deutsches Denken eingestellt.
Erst kommt mein Volk, dann all die andern vielen,
Erst meine Heimat, dann die Welt.
Bogislav von Selchow
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Was keiner wagt, das sollt ihr wagen,Was keiner sagt, das sagt heraus.
Was keiner denkt, sollt ihr befragen.
Was keiner anfängt, das führt aus.
Wenn keiner ja sagt, sollt ihrs sagen,
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein,
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
Wenn alle mittun, steht allein!
Wo alle loben, habt Bedenken,
Wo alle spotten, spottet nicht,
Wo alle geizen, wagt zu schenken,
Wo alles Dunkel ist, Macht Licht!
Unbekannter Verfasser
Deutschland - Karl BrögerMorgensonne lächelt auf mein Land,
Wälder grünen her in dunklem Schweigen.
Jedem Schatten bin ich nah verwandt,
jedes Leuchten nimmt mich ganz zu eigen.
Land, mein Land, wie leb ich tief aus Dir!
Löst sich doch kein von diesen Lungen,
denn du nicht vorher und jetzt und hier
erst mit deinem Hauche hast durchdrungen.
Deine Berge ragen in mir auf,
deine Täler sind in mich gebettet,
deiner Ströme, deiner Bäche Lauf
ist in alle Adern mir gekettet.
Steht kein Baum auf deiner weiten Flur,
der nicht Heimat wiegt mit allen Zweigen,
und in jedem Winde läuft die Spur
einer Liebe, der sich alle neigen.
Ulrich von HuttenAufruf an das Deutsche Volk
Einst schrieb ich alles in Latein:
nicht jedem konnst verständlich sein.
Nun ruf ich dich, mein Vaterland,
in deutscher Sprache wohlbekannt:
Laßt mich doch nicht alleine sprechen!
Jetzt ist es Zeit, um loszubrechen,
gemeinsam für die Freiheit streben!
Was war das bisher für ein Leben,
kein Mensch dürft mehr die Wahrheit sagen!
Steh auf, mein Volk! Nicht lange zagen,
die Lügenherrsch aft zu vertreiben!
Die Wahrheit soll fortan noch bleiben.
Gott schenk dem Heil, der zu mir steht,
damit sein Eifer nicht vergeht!
Manch Edler-hoff ich-hat den Mut,
manch Graf, manch Bauersmann, so gut
manch Bürger, der in seiner Stadt
der Lebenslage übersatt-
auf das ich nicht alleine streite.
Wohlan, Gott ist auf unsrer Seite!
Kein Deutscher bleibe still daheim!
Ich habs gewagt! das sei sein Reim.
Johannes Milton, englischer PoetSolange die Freiheit im Felde bleibt,
begehen wir ein Unrecht,
wenn wir die Stärke
durch Zensur und Verbote schwächen.
Sollen doch Wahrheit und Falschheit
miteinander ringen!
Wer hat je erlebt,
daß in einem freien und offenen Kampf
die Wahrheit den kürzeren gezogen hätte!
Die Wahrheit ist stark
und steht der göttlichen Allmacht nahe.
Sie bedarf keiner Politik,
keiner Strategie, keiner Zensur,
um siegreich zu sein.
Mit solchen Mitteln verteidigt sich
der Irtum gegen ihre Macht.




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