Bettina Wulff: Die ahnungslose Kinderexpertin und ihr schwerer Job

Eva Herman

 

Dieser Artikel hat nichts mit der Wulff-Krise zu tun. Sondern mit der gefährlichen Ahnungslosigkeit der Bundespräsidentenfrau zum Thema Kindererziehung. Ja, sie ist selbst Mutter von zwei Kindern, und den Kindern wird es wohl nicht schlecht gehen. Dafür sorgt schon ein Stab von Mitarbeitern, der die meist abwesende, weil fleißig in Staatsdiensten agierende Mutter ersetzen muss. Doch dürfte ebenso klar sein, dass Bettina Wulff über die Bindungsforschung und die notwendige enge Mutter-Kind-Beziehung fahrlässig wenig zu wissen scheint. Das hindert sie aber nicht daran, für den Kitabesuch (Betreuung für Kinder von null bis drei Jahren) ordentlich die Werbetrommel zu rühren. Und dafür missbraucht sie dann auch schon einmal den Amtssitz des höchsten Vertreters Deutschlands, Schloss Bellevue.

Dorthin hatte Bettina Wulff am Mittwoch rund 100 Experten aus Wissenschaft, Politik sowie aus der Praxis von Kinder- und Jugendhilfe eingeladen. Und gemeinsam suchte man erneut den völlig naturfernen Standpunkt zu vertreten, Kinder sollten schon früh in die Krippe gegeben und fremdbetreut werden. Dass der Grund dafür einzig in dem Vorsatz liegt, Mütter so schnell wie möglich wieder an den Arbeitsplatz zurückzuschicken, damit sie unter anderem ihre

Sozialversicherungsbeiträge gefälligst selbst bezahlen, wurde ebenso wenig thematisiert wie erläutert wurde, dass sich das favorisierte Modell in nichts mehr von der einstigen »Familienpolitik« Margot Honeckers unterscheidet.

Bettina Wulff, die auch UNICEF-Schirmherrin ist, unterstrich, in der Kita lernten Kinder, dass es Regeln gebe, die zu befolgen seien. Dort könnten die Kleinen bereits Demokratie erleben. Sie könnten über Ausflüge debattieren und abstimmen. Selten hat man einen solchen Schmarrn gehört. Denn, wie schon erwähnt, handelt es sich bei Kitas um die Aufbewahrung von Kleinstkindern, die es herzlich wenig interessiert, welche demokratischen Regeln in dieser modernen Gesellschaft wichtig sind. Für sie geht es in dem fremden Umfeld ums blanke Überleben. Außerdem ist es sicher, dass keines dieser Kleinen »über Ausflüge debattieren will«, sondern hart um seinen Platz in der Gruppe kämpfen muss, jeden Tag aufs Neue, was weder kindergerecht ist noch von der Natur so vorgesehen wurde. Dort heißt das Konzept vielmehr – wie übrigens auch bei allen Tierarten –, dass Mama selbst mit Klauen und Zähnen das Kleine beschützt und verteidigt.

Und was soll denn die Aussage der ehemaligen PR-Expertin, »in der Kita lernten die Kinder, dass es Regeln gebe, die zu befolgen seien?« Lernen die Kleinen diese Regeln etwa nicht auch zu Hause, falls man den Familien die Entscheidung denn überhaupt noch überlässt, eine Familie zu sein?

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Quelle: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman/bettina-wulff-die-ahnungslose-kinderexpertin-und-ihr-schwerer-job.html




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Norad (30.01.2012 (11:56:39))
Bettina Wulff Ja Nein Vielleicht sollte Frau Wulff nur dasjenige tun wozu sie fähig ist : schön sein.

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