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Am 18. Januar 1871 wurde der Preußische König im Spiegelsaal zu Versailles (Frankreich) zum Deutschen Kaiser Wilhelm I. gekrönt; sein Enkel Wilhelm II. ging erzwungenermaßen ins Exil in die Niederlande, nachdem am 09. November 1918 der Jude und Sozialist Philipp Scheidemann ohne demokratische Legitimierung und entsprechende Kompetenzen eine Republik ausgerufen hatte.
In den auf die Reichsgründung von 1871 folgenden dreiundvierzig Jahren entwickelte sich das Leben innerhalb des neuen deutschen Kaiserreichs in beachtlicher Weise zum Positiven. Wäre dem nicht so gewesen, hätte es keines Weltkriegs bedurft; und gerade weil es so war, wird heute dafür gesorgt, dass die meisten Zeitgenossen nichts weiter mit diesem Staat verbinden als Abbildungen von Pickelhauben und das Märchen vom „deutschen Militarismus“.
De fakto besteht das Deutsche Reich nicht mehr (die komplizierte Rechtslage lasse ich hier einmal außer Acht) und zumindest momentan dürfte eine Rückkehr zum Reich reines Wunschdenken sein. Warum ist das Kaiserreich trotzdem wichtig für uns? Abgesehen davon, dass es die wahrscheinlich glücklichste Epoche der Deutschen in der neueren Geschichte war, wurden unsere Kultur und unsere Identität in dieser Zeit maßgeblich geprägt. Errungenschaften in vielfältigen Bereichen, von Wissenschaft und Technik über die Sozialgesetzgebung bis zur Musik stammen von damals, und wir bauen heutzutage noch auf sie auf. Ohne das Kaiserreich wären wir Deutschen nicht derart erfolgreich und stark, wie wir es trotz Fremdherrschaft und Gehirnwäsche immer noch sind. Ein möglichst umfassendes und unverfälschtes Wissen über diese Zeit kann also nur positive Auswirkungen auf unser Befinden, unsere Kultur und unsere Identität haben. Wenn wir nur irgendwie dafür kämpfen wollen, dass sich unser Schicksal zum Besseren wendet, dürfen wir das geistige Erbe des Kaiserreichs nicht aufgeben. Die folgenden Überlegungen versuchen deshalb, die historischen Hintergründe des Reichs und seine Bedeutung für uns zu erhellen.







