Silizium: Urstoff der Natur

Silizium ist für den Menschen ein wichtiges Spurenelement. Es ist ein strukturgebendes Element für Knochen, Haare, Nägel und Haut. Es sorgt im Bindegewebe und den Gelenkknorpeln für Festigkeit und Elastizität. Miriam Wiegele weiß mehr.

In der chemischen Fachsprache gebräuchlich ist die Schreibweise Silicium von. lat. silicea, Kieselsäure. Standardsprachlich ist aber Silizium gebräuchlich. Silizium ist nach Sauerstoff das zweithäufigste Element auf der Erde und das wichtigste des Mineralreiches.

In der Natur ist Silizium nie in reiner Form zu finden, sondern immer nur in Verbindung mit Sauerstoff als Siliziumdioxyd. Eine Unzahl von Mineralien, aus denen fast die gesamte Erdkruste besteht, wird durch SiO2 aufgebaut.

Vom Bergkristall bis zum Jaspis

Alles Urgestein ist Silikatgestein, erst jüngere Formationen sind Kalkgestein. Unsere schönsten Mineralien, Quarzkristalle wie der Bergkristall, Opal, Amethyst, Turmalin, Jaspis, Onyx, Olivin, Karneol und Achat bestehen aus Siliziumdioxyd. Weitere bekannte Siliziummineralien sind Feldspat, Hornblende, Talk und Meerschaum.

Lebensnotwendig für Pflanzen und Tiere

1939 wurde Silizium als lebensnotwendiges Spurenelement für Pflanzen entdeckt. Es festigt insbesondere deren Stützgewebe. Pflanzen, die vermehrt Silizium in ihren äußeren Zellschichten einlagern, erweisen sich gegenüber Krankheiten und Schädlingen resistenter.

1972 wurde erstmals die wachstumsfördernde Wirkung von Silizium bei Tieren erkannt. Silizium ist bei Tieren ein wichtiger Baustoff für Knochen, Knorpel und Bindegewebe. Es steht auch in Beziehung zum Kalziumstoffwechsel.

Silizium für den Menschen

Auch für den Menschen ist Silizium ein wichtiges Spurenelement, das an vielen lebensnotwendigen Prozessen beteiligt ist und täglich zur Verfügung stehen muss. Zwar befinden sich in unserem Körper nur 1,4 g, aber Silizium ist in fast jeder Zelle vorhanden. Vor allem schnell wachsende Gewebe wie Haut, Haare und Nägel enthalten viel Kieselsäure.

Mit dem Alter nimmt der Siliziumgehalt im Körper jedoch ab. Die Elastizität des Bindegewebes lässt nach. Silizium ist auch für das Bindungsvermögen von Feuchtigkeit in der Haut verantwortlich. Mit einem Wort – der sichtbare Alterungsprozess ist eine Folge des sinkenden Siliziumgehaltes im Körper.

Auch für die Knochen ist Silizium wichtig, da es das schwer aufnehmbare Kalzium, aber auch weitere für die Knochenfestigkeit wichtige Mineralsalze von Magnesium und Phosphat in die Knochen einschleust. So ist Silizium wichtig für die Festigkeit der Knochen, aber auch der Neubildung von Knochengewebe. Osteoporose ist also primär ein Siliziumproblem.

Nicht nur bei brüchigen Nägeln

Kieselsäure ist nicht nur gut gegen brüchige Nägel. Silizium bringt auch den Blutgefäßen, vor allem der Aorta Elastizität. Bei Lungenerkrankungen findet sich fast immer ein bis zu 50% verminderter Siliziumgehalt.

Bei Husten und Bronchitis entfaltet es zusätzlich eine entzündungshemmende Wirkung. Silizium ist nämlich auch ein wichtiger Aktivator unseres Immunsystems. Bei sämtlichen Entzündungsprozessen ist es besonders gefragt, da es die Bildung bestimmter Abwehrzellen (Lymphozyten, Phagozyten) steigern kann.

Täglicher Bedarf an Silizium

Da der Körper selbst kein Silizium produzieren kann, muss es zugeführt werden. Wie viel wir täglich brauchen, ist noch nicht genau bekannt. Die Angaben schwanken zwischen fünf und 40 mg pro Tag. Bei längerer Einnahme größerer Mengen Kieselerde sind jedoch keine Nebenwirkungen zu beobachten. Derzeit geht man beim täglichen Mindestbedarf von einer Menge von 50 mg aus. Das entspricht dem täglichen Verlust durch Ausscheidung, Hauterneuerung, Haarausfall und Nagelwachstum. Diese Siliziummenge sollte also unbedingt ersetzt werden.

Lieferanten von Silizium

Obwohl es auf der Erde so üppig vorhanden ist, ist Silizium in gut aufnehmbarer und verwertbarer Form nicht so einfach verfügbar. Pflanzliche Nahrungsmittel sind Hauptquellen für Silizium. In Pflanzen kommt das Element besonders in Gräsern vor, das heißt im Getreide. Da ist es allerdings in erster Linie in den Randschichten zu finden.

Vollkornprodukte sollten also in der täglichen Nahrung eine größere Rolle spielen. Vor allem Gerste, Hirse, Weizen und Mais sind reich an Silizium. Gemüsearten wie Zwiebeln, Erdäpfel, rote Rüben, aber überhaupt jegliches Gemüse und auch Obst und Beeren könnten zur Versorgung mit Silizium dienen. 100 Gramm Erdäpfel decken eine tägliche Aufnahme von 30 mg Silizium.

Intensivlandwirtschaft als Problem

Ein Problem bei der Aufnahme von Silizium aus der Nahrung ist die Tatsache, dass Gemüse und Getreide aus Intensivlandwirtschaft in der Wachstumsphase nur wenig Silizium aufnimmt und bei der industriellen Verarbeitung das meiste Silizium verloren geht. Schälen von Getreide reduziert das vorhandene Silizium um 98 Prozent.

Ein weiteres Problem bei der Aufnahme von Silizium sind die relativ großen Moleküle, die dazu führen, dass der Körper nur zirka fünf der zugeführten Kieselsäuremenge resorbieren kann. Es stellt sich daher die konkrete Frage, wie wir zu einer optimalen Siliziumversorgung kommen können.

Bambus
Bambus                                                                                Miriam Wiegele

Siliziumreiche Heilpflanzen

Bambus (Bambusa arundinacea, auch aus Phyllostachys nigra): Bambus hat einen Gehalt von 77 Prozent Kieselsäure. Bambus ist eine Pflanze, die auf Grund ihres hohen Kieselsäureanteils zwar steinhart wird, aber dennoch elastisch bleibt. Er biegt sich im Wind, bricht aber nicht. Auf den Menschen übertragen heißt das, dass Bambus zu einer besseren Beweglichkeit führen kann und bei sämtlichen Knochen – und Gelenksproblemen helfen kann.

Anwendung: Bambus- Urtinktur (wird aus den Knoten der Bambusstängel gewonnen) zwei bis drei mal täglich 10 Tropfen über einen längeren Zeitraum.

Wirkung: Zur Mobilisierung und Elastizitätsförderung des Bewegungsapparates bei Rückenschmerzen, Bandscheibenschäden, Ischias, Artrosen, Osteoporose, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreise, ekzematösen Hautproblemen, brüchigen Fingernägeln.

Schachtelhalm (Eqisetum arvense): Wird auch Zinnkraut genannt, und ist eine Pflanze, die besonders viel Kieselsäure enthält. Ein Teil dieser Kieselsäure ist in Form wasserlöslicher Silikate vorhanden. Zinnkrauttee ist daher eine gute Quelle zu Siliziumversorgung.

Zubereitung: 1 TL mit 1/4l Wasser zehn Minuten kochen lassen. Zinnkrauttee kann innerlich, aber auch äußerlich angewandt werden.

Wirkungen: Zinnkraut stärkt die Atemwege, die Nieren und das Bindegewebe. Man kann daher Zinnkraut bei rheumatischen Prozessen, Nierenerkrankungen, aber auch bei chronischen Atemwegsproblemen einsetzen. Kurmäßig angewendet hilft es auch unterstützend bei Osteoporose.

Schachtelhalm
Schachtelhalm                                                                      Miriam Wiegele

Hohlzahn (Galeopsis sp.): Ist ein Lippenblüter, der besonders viel Kieselsäure enthält. Traditionell wurde diese Pflanze schon immer bei chronischen Atemwegsproblemen verwendet. Das kann auch aus wissenschaftlicher Sicht empfohlen werden. Eine Teekur in den nächsten Monaten wäre aus der Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin zu empfehlen. Der Herbst, der zur Wandlungsphase Metall zählt, ist die Zeit, wo man die Lungenenergie stärken sollte. Daher sollten Menschen mit chronischen Atemwegsproblemen jetzt kurmäßig Hohlzahntee trinken.

Zubereitung: Einen TL mit 1/4l kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen.

Bunter Hohlzahn
Bunter Hohlzahn                                                                  Miriam Wiegele

Auch in anderer Form

Aber Silizium kann dem Körper auch noch in anderer Form zugeführt werden.

Kieselerde: Kieselerde besteht zu 80% aus Kieselsäure. Im Handel gibt es Präparate in Form von Tabletten oder Pulver, aber auch handelsübliche Heilerde oder Naturlehm enthält hohe Anteile an Kieselsäure. Die Einnahme solcher Heilerden soll nach Beobachtungen und Angaben des Deutschen Berufsverbandes der Frauenärzte tatsächlich zu einer positiven Wirkung auf Haut und Gewebe führen. Ob Heilerde auch eine Hilfe gegen Cellulite bringen kann, ist nicht so eindeutig belegbar, die Anwendung kann aber sicher nicht schaden.

Kolloidales Silizium: In kolloidaler Aufbereitung, d.h. in feinst verteilter Form von Kieselsäure, hat Silizium eine winzige Teilchengröße von sieben bis neun Nanometer und ist daher besonders gut resorbierbar und hat auf Grund der großen Oberflächenwirkung (1 g pro 300 m2 ) eine große Reaktionsfähigkeit auf lebendes Gewebe.

Erhältlich sind Produkte von kolloidalem Silizium auch in dynamisiertem Wasser (also durch Wasserbelebung aufbereitetem Wasser). In dieser Form soll das Silizium vom Körper besonders gut verwertet werden. Erfahrungen von Ärzten, die dieses Siliziumwasser als tägliche Nahrungsergänzung ihren Patienten empfohlen haben, zeigen, dass es auch wirkungsvoll gegen Erkrankungen wie Hautprobleme, Osteoporose, Bandscheibenprobleme und überhaupt sämtliche Gelenkserkrankungen, Altersgebrechlichkeit. aber auch Tumorerkrankungen und überhaupt bei sämtlichen Entzündungsprozessen eingesetzt werden kann.

Dosierung: Ein bis zwei mal täglich einen EL von Siliziumwasser in ein Glas Wasser (kein Mineralwasser!) geben und trinken.

Silizium in homöopathischer Form

Silicea (Acidum silicicum) wird sowohl in der Biochemie als Schüßlersalz als auch in der Homöopathie verwendet. In dieser Form hilft es dem Körper durch den Informationscharakter homöopathisch potenzierter Mittel, das von außen zugeführte Silizium an die Stellen des Organismus zu führen, wo es benötigt wird. Eine unterstützende Einnahme von Silicea kann daher helfen, die Widerstandskraft der Haut und Schleimhäute, der Nägel und Haare und der Knochen zu stärken.

Therapeutisch setzt man Silicea vor allem bei sämtlichen eitrigen Prozessen ein, also bei schlecht heilenden Wunden, Abszessbildungen, Drüsenentzündungen, etc. Die Behandlung solcher Krankheitssymptome sollte man selbstverständlich dem Arzt überlassen. Unterstützend kann man Silicea aber auch selbst anwenden

Dosierung: Zwei mal täglich Silicea D12 , entweder in Form von fünf Globuli oder einer Tablette (als Schüßlersalz) unter der Zunge zergehen lassen.

 

http://burgenland.orf.at/radio/stories/2548405/

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